Listonic ist eine der ältesten und meistgenutzten Einkaufslisten-Apps überhaupt, und sie macht ihre Kernaufgabe gut: eine Liste, die zwei Leute gleichzeitig sehen und abhaken können. Wer trotzdem nach etwas anderem sucht, tut das meistens aus einem von zwei Gründen — die Werbung stört, oder die Liste hört an der Kasse auf.
Hier stehen vier Alternativen und was jede davon anders macht. Vorweg das Wichtigste: sie ersetzen einander nicht. Drei davon sind Listen-Apps wie Listonic, eine löst ein anderes Problem.
- Bring! — die naheliegendste Alternative im deutschsprachigen Raum, mit Angeboten der Händler
- AnyList — wenn die Liste aus Rezepten und Wochenplanung entstehen soll
- OurGroceries — die schlichteste kostenlose Variante
- Fango — die einzige, bei der die Liste nach der Kasse weitergeht: Bon scannen, Haltbarkeit, Erinnerung
- Werbefrei ist nur Fango auf jeder Stufe; bei den anderen entfernt sie die Bezahlversion
- Teilen können inzwischen alle fünf — bei Fango seit 1.4.0, bis zu vier Personen mit einem einzigen Abo
Was Listonic gut macht
Der Grund, warum Listonic seit Jahren im Einsatz ist, steht auf seiner App-Store-Seite: eine geteilte Liste, die sich in Echtzeit zwischen mehreren Geräten abgleicht, sortiert nach Kategorien, mit Vorschlägen aus dem, was du sonst kaufst. Für einen Haushalt, in dem zwei Leute einkaufen, ist das genau das Richtige, und die Grundfunktionen kosten nichts.
Das sollte man festhalten, bevor es um Alternativen geht: Wenn dich an Listonic nichts stört, gibt es keinen Grund zu wechseln.
Warum trotzdem gesucht wird
- Werbung in der Gratisversion. Der Punkt taucht am häufigsten auf. Laut dem Hilfebereich von Listonic entfernt Listonic Premium die Werbung — die Frage ist also nicht, ob es geht, sondern ob man dafür zahlen will.
- Die Liste endet an der Kasse. Alles abgehakt, Einkauf erledigt — und danach weiß niemand mehr, was gekauft wurde und wann es abläuft. Genau dort entsteht die Verschwendung.
- Konto und Cloud. Damit die Liste geteilt werden kann, muss sie auf einem Server liegen. Das ist technisch zwingend, aber nicht jeder will die eigene Einkaufshistorie dort haben.
Fango — wenn die Liste nicht an der Kasse aufhören soll
Fango ist keine reine Listen-App, und das ist der ganze Unterschied. Die Einkaufsliste ist nach 13 Abteilungen sortiert, damit man im Laden nicht zurücklaufen muss — so weit wie bei den anderen. Danach beginnt der Teil, den keine der drei anderen hat: Du fotografierst den Kassenbon, die KI liest Produkte und Preise, und die Sachen landen mit einer Haltbarkeitsschätzung in einer Kühlschrankliste. Vor dem Ablaufdatum kommt eine Erinnerung.
Geteilt wird seit Version 1.4.0 ebenfalls. Ein Haushalt verbindet bis zu vier Handys, und ein aktives Abo deckt alle ab — die anderen brauchen weder eigenes Abo noch Konto. Beigetreten wird mit einem achtstelligen Einladungscode: keine E-Mail, kein Passwort, kein Konto. Geteilt werden die Einkaufslisten, die du dafür freigibst — pro Liste wird gefragt — und der Kühlschrank; Erinnerungszeiten, Töne und Sprache bleiben persönlich. Änderungen erscheinen in Sekunden auf dem anderen Handy. Das ist der Unterschied zur Cloud-Voreinstellung der anderen: geteilt wird, was du teilst, und nicht alles automatisch.
Dadurch wird auch die nächste Liste besser: Was zu Hause noch da ist, wird nicht vorgeschlagen, und was regelmäßig gekauft wird, rutscht nach oben. Die Daten bleiben dabei standardmäßig auf dem Gerät, und ein Konto wird nicht angelegt. Was Fango nicht hat: Rezepte, Essensplanung und einen Barcode-Scanner — bewusst nicht, weil der Bon den ganzen Einkauf auf einmal einliest statt Packung für Packung.
Zwei Punkte, die im Vergleich mit reinen Listen-Apps oft untergehen. Erstens muss der Bon nicht abfotografiert werden: Fango steht im Teilen-Menü, also geht ein elektronischer Beleg aus der Mail, aus dem Belegarchiv der Bank oder aus einer Liefer-App direkt als Datei hinein — ohne Ausdruck, ohne Foto. Zweitens ist das in Europa der einzige automatische Weg, Einkäufe in eine App zu bekommen: Der US-Ansatz, die Kundenkarte an Supermarktketten zu koppeln, existiert hier nicht, weil die entsprechenden Schnittstellen nie geöffnet wurden.
Liste nach 13 Abteilungen, Kassenbon scannen, Produkte mit Haltbarkeitsschätzung und Erinnerung rechtzeitig. Keine Werbung, kein Konto, keine Registrierung.
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Bring! — die naheliegendste Alternative im DACH-Raum
Bring! kommt aus der Schweiz und ist im deutschsprachigen Raum die bekannteste Einkaufslisten-App. Geteilte Listen, Kacheln statt Textzeilen, und Prospekte sowie Angebote von Händlern direkt in der App. Wer Listonic wegen der geteilten Liste nutzt und einfach etwas anderes will, landet meist hier — mit dem Hinweis, dass die eingebauten Angebote ebenfalls beworbene Inhalte sind, auch wenn sie nicht wie Bannerwerbung aussehen. Die App-Store-Seite von Bring! listet den Funktionsumfang im Detail.
AnyList — wenn die Liste aus Rezepten entsteht
AnyList ist unter den vieren am stärksten beim Kochen: Rezepte speichern, Wochenplan bauen, Zutaten daraus auf die Liste schieben. Für Preise pro Artikel und einige Komfortfunktionen ist laut AnyList Complete das Abo nötig. Wenn dein Problem nicht die Liste ist, sondern die Frage was es diese Woche gibt, ist das die passende App.
OurGroceries — die schlichteste kostenlose Variante
OurGroceries macht wenig und das ohne Umwege: mehrere Listen, geteilt, synchron, fertig. Der Benutzerleitfaden beschreibt genau diesen Funktionsumfang; die Gratisversion zeigt Werbung, die Bezahlversion entfernt sie. Wer von Listonic kommt und noch weniger Beiwerk will, ist hier richtig.
Der Vergleich
| Merkmal | Fango | Listonic | Bring! | AnyList | OurGroceries |
|---|---|---|---|---|---|
| Geteilte Liste zwischen mehreren Geräten | ✓ bis zu 4 Personen | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Daten bleiben auf dem Gerät | ✓ solange nichts geteilt wird | ✗ Cloud | ✗ Cloud | ✗ Cloud | ✗ Cloud |
| Werbung in der Gratisversion | keine, auf keiner Stufe | ja — Premium entfernt sie | Prospekte und Angebote eingebaut | auf der Listung nicht angegeben | ja — Bezahlversion entfernt sie |
| Sortierung nach Abteilungen | ✓ 13 Abteilungen | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Rezepte und Essensideen | ✗ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Kassenbon in eine Kühlschrankliste | ✓ | ✗ | ✗ | ✗ | ✗ |
| Ablaufdaten und Erinnerungen | ✓ | ✗ | ✗ | ✗ | ✗ |
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Was passt zu wem?
Die ehrliche Antwort auf die Ausgangsfrage: Wenn du eine bessere Liste suchst, nimm Bring! oder OurGroceries — beides sind gute Listen-Apps, und der Umstieg von Listonic dauert einen Einkauf. Wenn du eine Liste willst, die aus Rezepten entsteht, ist AnyList die richtige Wahl.
Wenn dein eigentliches Problem aber ist, dass am Ende der Woche Gekauftes weggeworfen wird, löst keine Listen-App das — auch eine perfekte Liste sorgt nicht dafür, dass der Joghurt gegessen wird. Dafür braucht es die andere Hälfte, und die deckt Fango ab. Weiter dazu: Kassenbonscanner-App, Einkaufsliste nach Supermarkt-Reihenfolge und die Einkaufsliste, die weiß, was zur Neige geht.
Wie groß der Posten ist, um den es dabei geht, zeigt der UNEP Food Waste Index Report 2024: Der größte Teil der weltweiten Lebensmittelverschwendung entsteht in privaten Haushalten, nicht im Handel. Was das im eigenen Portemonnaie bedeutet, rechnet was Lebensmittelverschwendung kostet durch.
Häufige Fragen
Was ist die beste Alternative zu Listonic?
Das hängt davon ab, woran es hakt. Geht es um die gemeinsame Liste im Alltag, teilen alle fünf inzwischen Listen — Bring! ist im deutschsprachigen Raum die nächstliegende Alternative, OurGroceries die schlichteste kostenlose, und Fango teilt seit Version 1.4.0 Liste und Kühlschrank mit bis zu vier Personen, wobei ein einziges Abo für den ganzen Haushalt reicht. Soll die Liste aus Rezepten entstehen, ist AnyList am vollständigsten. Geht es dir darum, dass weniger Gekauftes im Müll landet, ist Fango die einzige der vier, bei der die Liste nach der Kasse weitergeht: Kassenbon scannen, Produkte landen mit Haltbarkeitsschätzung im Kühlschrank, Erinnerung rechtzeitig.
Ist Listonic kostenlos, und was bringt Listonic Premium?
Listonic ist kostenlos nutzbar, die Gratisversion zeigt Werbung. Listonic Premium entfernt laut dem eigenen Hilfebereich die Werbung und schaltet Zusatzfunktionen frei. Die Grundfunktionen — Liste anlegen, teilen, nach Kategorien sortieren — funktionieren auch ohne Bezahlung. Wenn dich vor allem die Werbung stört, ist genau das der Punkt, an dem sich der Blick auf Alternativen lohnt.
Welche Einkaufslisten-App zeigt gar keine Werbung?
Fango zeigt in keiner Stufe Werbung, auch nicht im kostenlosen Testmonat, und finanziert sich weder über Anzeigen noch über den Weiterverkauf von Daten, sondern über das Abo — 2,99 € im Monat oder 24,99 € im Jahr nach dem ersten Monat. Bei Listonic und OurGroceries entfernt die Bezahlversion die Werbung. Bring! blendet dagegen Prospekte und Angebote von Händlern ein, was zwar keine klassische Bannerwerbung ist, aber ebenfalls beworbene Inhalte sind.
Was kann Fango, was Listonic nicht kann?
Die Hälfte nach dem Einkauf. Nach dem Scannen des Kassenbons landen die Produkte mit Haltbarkeitsschätzung in einer Kühlschrankliste, und die Erinnerung kommt vor dem Datum. Dieselbe Information filtert die Einkaufsliste: Was zu Hause noch da ist, wird nicht vorgeschlagen. Umgekehrt kann Listonic einiges, was Fango bewusst nicht hat — Rezepte und Essensideen, und einen Barcode-Scanner gibt es in Fango ebenfalls nicht.
