Auf die Frage gibt es keine einzelne Antwort, weil diese Apps zwei verschiedene Probleme lösen. Die einen helfen dir, Überschuss aus Laden und Bäckerei günstig zu kaufen, die anderen behalten im Blick, was du schon zu Hause hast. Nur Letzteres verhindert die Verschwendung, die im eigenen Kühlschrank entsteht — und genau die macht laut BMEL den größten Anteil aus.

Dieser Artikel geht beide Gruppen aus deutscher Sicht durch: was hier funktioniert, wie deutsche Kassenbons die Wahl beeinflussen und welche App wofür taugt.

Kurz gefasst
  • Zwei verschiedene App-Typen — Überschuss im Laden gegen Überblick im eigenen Kühlschrank
  • Too Good To Go ist in Deutschland der Platzhirsch, weiß aber nicht, was bei dir im Kühlschrank liegt
  • Bon scannen ist der schnellste Weg — der ganze Einkauf auf einmal, ohne Tipparbeit
  • Deutsche Bon-Eigenheiten (Detailzeile bei Lidl und EDEKA, MwSt-Block) bringen Apps zum Stolpern, die sie nicht kennen
  • Rund 78 kg pro Person und Jahr, größtenteils in Privathaushalten (BMEL)

Wie viel in Deutschland tatsächlich weggeworfen wird

Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft landen in Deutschland rund 78 Kilogramm Lebensmittel pro Person und Jahr im Müll, der größte Teil davon in privaten Haushalten. Nicht der Supermarkt ist also die Hauptquelle, sondern die Küche.

Das ist der entscheidende Punkt bei der App-Wahl. Überschuss günstig zu kaufen ist sinnvoll, rührt aber die Packung nicht an, die hinten in deinem Kühlschrank vergessen wurde. Was das in Euro bedeutet, rechnet was Lebensmittelverschwendung kostet durch.

Zwei Sorten Apps — nicht verwechseln

  • Überschuss-Apps. Du kaufst die Reste von Laden, Bäckerei oder Restaurant vergünstigt. Die Verschwendung sinkt beim Verkäufer. In Deutschland ist Too Good To Go hier der bekannteste Anbieter.
  • Kühlschrank- und MHD-Apps. Du behältst im Blick, was da ist und wann es abläuft. Die Verschwendung sinkt bei dir. Dazu gehören Fango sowie NoWaste, KitchenPal und BEEP.

Am deutlichsten wird der Unterschied an dem, was die Apps nicht können. Eine Überschuss-App weiß nicht, dass bei dir eine angebrochene Sahne liegt, die am Donnerstag abläuft — sie hat deinen Kühlschrank nie gesehen. Eine Kühlschrank-App weiß das, kann dir aber keine günstige Tüte verkaufen. Zwei verschiedene Aufgaben.

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Worauf man in Deutschland achten sollte

  1. 1
    Wie die Lebensmittel hineinkommen. Daran entscheidet sich, ob du dabeibleibst. Barcode für Barcode bedeutet zwanzig Piepser pro Großeinkauf, und lose Ware — Brot, Obst, Fleisch von der Theke — hat gar keinen Barcode. Der ganze Bon auf einmal dauert ein paar Sekunden.
  2. 2
    Ob sie deutsche Bons kennt. Bei Lidl und EDEKA steht unter der Namenszeile oft eine Detailzeile mit Stückzahl und Stückpreis — die Namenszeile trägt die Summe, die Zeile darunter ist reine Information. Und der MwSt-Block am Bonende mit Netto / Steuer / Brutto sieht für eine Maschine aus wie mehrere Produktzeilen mit Preisen, ist aber keine.
  3. 3
    Ob sie ein Konto verlangt. Deine Einkaufshistorie verrät Wohnort, Haushaltsgröße, Ernährung und ungefähr das Einkommen. Frag, wohin sie geht, bevor du sie hergibst.
  4. 4
    Wann die Erinnerung kommt. Ein Hinweis am Ablauftag ist zu spät. Nützlich ist die Erinnerung an dem Abend, an dem du das Produkt noch verbrauchen kannst.
iOS- und Android-App
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Die Optionen in Deutschland

App Löst Lebensmittel erfassen Konto
Fango Kühlschrank zu Hause Ganzer Bon, KI Kein Konto
Too Good To Go Überschuss im Laden Konto
NoWaste Kühlschrank zu Hause Barcode oder manuell Konto + Cloud
KitchenPal Kühlschrank zu Hause Barcode oder manuell Konto + Cloud

← wischen →

Die Überschuss-App steht bewusst in einer eigenen Spalte: sie ist nicht Fangos Konkurrenz, sondern sein Gegenstück. Eine gerettete Tüte ist zu Hause wieder ganz normales Essen mit eigenem Datum. Und der Fairness halber, was Fango nicht kann: kein Barcode-Scanner und keine Rezeptvorschläge. Wer Produkte einzeln scannen oder nach Kühlschrankinhalt kochen will, ist mit einer anderen App besser bedient.

Warum der Bon in Deutschland der richtige Einstieg ist

Der Bon ist der einzige Moment, in dem an einer Stelle steht, was tatsächlich ins Haus gekommen ist — auch das Brot und das Fleisch von der Theke, die keinen Barcode haben. In Fango decken die deutschen Regeln REWE, EDEKA, Lidl, Aldi Nord und Süd, Penny, Netto, Kaufland, Globus, Tegut, Famila, Marktkauf, E-center, V-Markt, Combi, HIT und Konsum ab, dazu dm, Rossmann und Müller für die Lebensmittelzeilen. PDF-Belege aus dem Lieferservice lesen sich oft noch besser als Papier, weil die Textebene schon digital ist.

Die Produkte landen mit Haltbarkeitsschätzung in der Liste, und die Erinnerung kommt rechtzeitig. Wie die Schätzung entsteht, steht in Kassenbon scannen und Lebensmittel verfolgen, der Scanvorgang selbst in Kassenbonscanner-App. Was dabei übertragen wird und was nicht, klärt ist Kassenbon-Scannen sicher.

Was gilt für Österreich und die Schweiz?

Dasselbe Prinzip, andere Ketten. In Österreich sind SPAR, EUROSPAR, INTERSPAR, Billa und BILLA PLUS, Hofer, Lidl, Penny, MPreis, ADEG, Unimarkt, Maximarkt und Sutterlüty hinterlegt, in der Schweiz Migros, Coop, Denner, Lidl und Aldi. Als Einkaufsland lässt sich Österreich beziehungsweise die Schweiz direkt einstellen, und die Währung erkennt die App vom Bon — Franken werden nicht als Euro gelesen. Welche Läden insgesamt abgedeckt sind, steht in welche Supermärkte der Kassenbonscanner unterstützt.

Was sollte man in Deutschland nehmen?

Wer gern günstig Überschuss kauft, nimmt Too Good To Go — in Deutschland ist das Netz dafür am dichtesten. Wenn das Problem aber darin besteht, dass zu Hause Lebensmittel liegen bleiben und schlecht werden, hilft das kein Stück, denn die App sieht deinen Kühlschrank nie.

Zwischen den beiden Typen muss man sich nicht entscheiden. Sie treffen unterschiedliche Enden desselben Problems, und viele nutzen beides: die Überschuss-App zum günstigen Einkaufen, Fango dafür, dass das Gekaufte auch gegessen wird. Der Vergleich mit anderen Kühlschrank-Apps steht in beste App gegen Lebensmittelverschwendung, die kostenlosen Optionen in kostenlose Lebensmittel-App.

Häufige Fragen

Welche App gegen Lebensmittelverschwendung ist in Deutschland die beste?

Das hängt davon ab, welches Ende der Verschwendung du angehen willst. Für Überschuss aus Laden, Bäckerei und Restaurant ist Too Good To Go in Deutschland die naheliegende Wahl. Für das, was im eigenen Kühlschrank schlecht wird, braucht es ein anderes Werkzeug, denn eine Überschuss-App weiß nicht, was bei dir zu Hause liegt: dafür ist Fango gedacht, das den Kassenbon liest und erinnert rechtzeitig. Die beiden konkurrieren nicht, viele nutzen beide.

Liest die App Kassenbons von REWE, EDEKA und Lidl?

Fango tut das. Die deutschen Bonregeln decken REWE, EDEKA, Lidl, Aldi Nord und Süd, Penny, Netto, Kaufland, Globus, Tegut, Famila, Marktkauf, E-center, V-Markt, Combi, HIT und Konsum ab, dazu Drogerien wie dm, Rossmann und Müller, soweit Lebensmittel auf dem Bon stehen. Auch die deutschen Eigenheiten sind hinterlegt: die Detailzeile unter der Namenszeile bei Lidl und EDEKA wird übersprungen, und der MwSt-Block mit Netto/Steuer/Brutto am Bonende wird nicht als Produktzeile gelesen.

Gibt es eine kostenlose App gegen Lebensmittelverschwendung?

Too Good To Go ist kostenlos — bezahlt wird die abgeholte Tüte. Fango ist einen Monat kostenlos, ohne Konto und ohne Registrierung, danach 2,99 € im Monat oder 24,99 € im Jahr. Der Unterschied zu vielen Gratis-Apps: Fango finanziert sich weder über Werbung noch über den Weiterverkauf von Daten, und deine Angaben bleiben standardmäßig auf dem Gerät.

Wie viele Lebensmittel werden in Deutschland weggeworfen?

Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft werden in Deutschland rund 78 Kilogramm Lebensmittel pro Person und Jahr weggeworfen, der größte Teil davon in privaten Haushalten. Das ist der entscheidende Punkt bei der App-Wahl: Der größte Anteil entsteht nicht im Supermarkt, sondern zu Hause — und genau dort kommt eine Überschuss-App gar nicht hin.